AZHH, Akademie für Zahntechnik, Meisterschule Zahntechnik

Die Meisterschule Zahntechnik – für den perfekten Feinschliff

Zahntechniker sind so etwas wie die Feinmechaniker im Gesundheitswesen. Jeder Zahnersatz soll schließlich so perfekt sein, dass er vom natürlichen Zahn praktisch nicht zu unterscheiden ist. Jedoch ist jeder Zahnersatz nur so gut, wie der Techniker, der ihn hergestellt hat. An der Akademie für Zahntechnik der Handwerkskammer Hamburg werden seit mehr als 20 Jahren Zahntechniker und Zahntechnikermeister aus- und weitergebildet. Die Einrichtung genießt bundesweit großes Renommee.

Meisterschule für Zahntechnik

Als die Akademie für Zahntechnik der Handwerkskammer Hamburg (AZHH) vor 23 Jahren gegründet wurde, ging es in erster Linie darum, die bisher in getrennten Bildungseinrichtungen organisierte Umschulung zum Zahntechniker sowie die Ausbildung und die Weiterbildung für Zahntechniker sowie die Meistervorbereitung in einer neuen Einrichtung zusammenzuführen. Umschulungen gibt es schon lange nicht mehr, dafür Materialien, die vor 20 Jahren noch kein Mensch kannte und Techniken, die an Science Fiction erinnern. Dementsprechend groß ist der Wandel, den die Angebote in der AZHH durchlaufen haben – und sind die Anforderungen an heutige Zahntechniker-Generationen.

Der letzte Schliff kommt vom Zahntechniker

Zahntechniker müssen sich nicht nur mit 3D-Zeichenprogrammen auskennen, mit deren Hilfe Volumenmodelle am Computer konstruiert werden. Sie müssen auch die vielfältigen Materialien beherrschen. Denn insbesondere Zahntechnikermeister sind erste Ansprechpartner für Zahnärzte, die während ihres Studiums die vielen technischen Aspekte des Zahnersatzes nicht mehr vertiefen. „Automatisierung und Digitalisierung sind die großen Zukunftsthemen der Zahntechnik“, sagt Ingo Becker, der seit Januar dieses Jahres die AZHH leitet. Doch egal, wie präzise Maschinen arbeiteten, der menschliche Körper komme nicht von der Stange. Deshalb werde der Zahntechniker jedem Produkt den letzten Schliff geben müssen – quasi die persönliche Note des Patienten, zeigt sich Becker überzeugt.

Für den Meister seines Faches – der 51-Jährige hat selbst 25 Jahre lang ein Dentallabor geleitet und anschließend ein Studium absolviert – gehört es daher zum guten Ton der AZHH, schon den Azubis handwerkliches Geschick zu vermitteln. In der Meistervorbereitung geht es schließlich um höhere Werte: „Die Meisterschule für Zahntechnik ist wissenschaftlicher geworden“, sagt Becker. Weshalb die AZHH seit einigen Jahren mit Hochschulen kooperiere, etwa der Ernst-Moritz-Arndt Universität Greifswald in Bereichen wie Werkstoffkunde und Digitale Dentaltechnologie.

Zahntechniker Meisterschule bereitet auf Berufsalltag vor

Der Schwerpunkt der Meisterschule Zahntechnik liege jedoch darauf, die jährlich 20 Meisterschüler auf ihre Zukunft vorzubereiten. „Ob sich jemand selbstständig macht, in die Industrie geht oder noch ein Studium aufsattelt – das sollte am Ende des Kurses klar sein“, sagt Ingo Becker. Ziel der Meisterqualifikation sei es deshalb auch, „sich selbst zu erkennen“. Eine Lehraufgabe, die weit über die eigentliche Meisterqualifizierung hinausgeht. Und die erst durch den so genannten Bologna-Prozess, die Angleichung der europäischen Ausbildungssysteme, überhaupt zum Thema geworden ist.

 

Meisterschüler im Labor der AZHH - Akademie für Zahntechnik der Handwerkskammer Hamburg
Meisterschüler im Labor der AZHH – Akademie für Zahntechnik der Handwerkskammer Hamburg

„Heute sitzen 21-Jährige neben 40-Jährigen auf der Schulbank, weil es die Lehr- und Wanderjahre nicht mehr gibt“, berichtet Becker. Deshalb bekämen Betriebsführung und -organisation, Auftragsabwicklung, aber auch Konflikt- und Beschwerdemanagement sowie andere Soft Skills im Unterricht einen höheren Stellenwert. „Wie entwickele ich ein Geschäftsmodell?“ oder „Wie führe ich als künftige Führungskraft ein Mitarbeitergespräch?“ sind nur zwei von vielen Fragestellungen, denen sich die Zahntechniker Meisterschule intensiv widmet.

Viele Chancen nach dem Abschluss der Meisterschule Zahntechnik

Die beruflichen Möglichkeiten für Zahntechnikermeister waren selten so groß wie aktuell. Stichwort Selbstständigkeit: Von der Gründung bis zur Übernahme eines Zahn- oder Dentallabors eröffnen sich nicht zuletzt aufgrund des bevorstehenden Generationenwechsels in den kommenden Jahren vielfältige Chancen. Stichwort Industrie und Wissenschaft: In der Dentalindustrie gibt es für Zahntechnikermeister sowohl die Möglichkeit, als Berater tätig zu werden als auch in die Forschung zu gehen. Nicht zuletzt kann ein Meister die Ausbildung des dringend benötigten Nachwuchses übernehmen.

Für die Aus- und Weiterbildung stehen an der Akademie für Zahntechnik professionell ausgestattete Lehrräume und Labore unter anderem mit 3D-Scannern, CNC-Fräsgeräten und Keramikbrennöfen zur Verfügung. Die AZHH ist darüber hinaus Lehrort für den Masterstudiengang Digitale Dentaltechnologie der Universität Greifswald. Das Weiterbildungskonzept richtet sich an Meister, Betriebsinhaber und Führungskräfte.

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