Aufstiegs-BAföG zur Finanzierung beruflicher Aufstiegsfortbildung

Meister-BAföG – mehr als ein zinsgünstiges Darlehen

Wer sich weiterbildet, kann eine Förderung nach dem Aufstiegsfortbildungsgesetz (AFBG) beantragen. Bedingungen für dieses so genannte Meister-BAföG: Die Fortbildung muss mindestens 400 Unterrichtsstunden umfassen und zu einem höheren Bildungsabschluss führen.

Früher Meister-BAföG – heute Aufstiegs-BAföG

Nicht nur, wer einen Handwerksmeister machen will, bekommt dafür Ausbildungszuschüsse und Darlehen vom Staat. Auch andere Aufstiegsfortbildungen wie die zum Techniker, Fachwirt oder Erzieher sind förderwürdig. Daher ist häufig auch vom Aufstiegs-BAföG die Rede, seit das Ministerium für Bildung und Forschung die finanzielle Unterstützung zum 1. August 2016 deutlich erhöht hat. Mit den nachfolgend aufgelisteten Konditionen können Sie einfach überprüfen, ob Ihre angestrebte Qualifizierung förderwürdig ist. Der Antrag lohnt sich dann in jedem Fall!

Was wird gefördert?

Gefördert werden die Lehrgangs- und Prüfungsgebühren (maximal 15.000 Euro) sowie das in vielen Handwerksberufen notwendige Prüfungsstück (bis zur Hälfte der Kosten, maximal 2.000 Euro) – und zwar unabhängig Ihres Einkommens und Vermögens. Das Schöne dabei: 40 Prozent davon erhalten Sie als Zuschuss, der nicht zurückgezahlt werden muss. Für die übrige Summe wird ein zinsgünstiges Darlehen gewährt.

Ein Rechenbeispiel:

Beispielrechnung

*) Eine Minderung des Darlehens kann nur in Anspruch genommen werden, wenn eine Finanzierung über die KfW-Bank erfolgt ist. Das Darlehen ist während der Fortbildung und einer anschließenden zweijährigen Karenzzeit – höchstens jedoch sechs Jahre – zins- und tilgungsfrei. In dieser Zeit trägt der Staat die Zinsen. Danach ist es mit einem günstigen Zinssatz zu verzinsen. Das Darlehen ist innerhalb von 10 Jahren nach Beginn der Tilgungspflicht zurück zu zahlen.Grundsätzlich kann jeder das Fördergeld beantragen, der über eine abgeschlossene und in Deutschland anerkannte Berufsausbildung verfügt und eine Aufstiegsqualifizierung von mindestens 400 Unterrichtsstunden absolvieren möchte. Die Betonung liegt dabei auf Aufstiegsqualifizierung. Wer beispielsweise einen Bachelorabschluss hat und nun doch noch einen Handwerksmeister auf seine vorherige Ausbildung aufsatteln möchte, bekommt kein Aufstiegs-BAföG mehr, da beide Abschlüsse gleichgestellt sind. Aber: Der geprüfte Betriebswirt erfüllt die Kriterien einer Aufstiegsfortbildung für Bachelor-Absolventen und wird somit gefördert.

Die Rückzahlung

Bestehen Sie Ihre Abschlussprüfung beim ersten Versuch, werden Ihnen auf Antrag noch einmal 40 Prozent der restlichen Darlehenssumme erlassen. Sie müssen also insgesamt nur 36 Prozent der vollen Summe zurückzahlen. Diesen Restbetrag können Sie innerhalb von zehn Jahren nach Abschluss Ihrer Weiterbildung abstottern. Die ersten zwei Jahre sind zins- und tilgungsfrei, erst danach müssen Sie mindestens 128 Euro pro Monat an das zuständige BAföG-Amt überweisen.

So reduzieren Sie die Restsumme

Wenn Sie nach Ihrer Aufstiegsqualifizierung einen Betrieb gründen oder übernehmen und auch noch sozialversicherungspflichtige Jobs oder Lehrstellen schaffen, belohnt Sie das BAföG-Amt mit einer weiteren Reduzierung der Restsumme. Pro Mitarbeiter bzw. Azubi werden 33 Prozent des Restdarlehens erlassen, das Sie für Lehrgangs-und Prüfungsgebühren aufwenden mussten. Doch Achtung: Mehr als 66 Prozent werden nicht erlassen und ein paar Bedingungen knüpft die Behörde auch noch dran. Genaue Konditionen müssen Sie bei Ihrem zuständigen BAföG-Amt erfragen.

Wo beantrage ich Meister-BAföG?

Meister-BAföG müssen Sie immer dort beantragen, wo Sie gemeldet sind. Die Adressen der BAföG-Ämter finden Sie im Internet. Wichtig! Die Bearbeitungszeit kann drei bis vier Monate dauern. Beantragen Sie daher Ihr Meister-BAföG frühzeitig vor Beginn der Qualifizierung.

Extratipp: Unterhaltsgeld

Wer einen Vollzeitlehrgang plant, kann außerdem Unterhaltsgeld beantragen. Das wird je nach Einkommen und Vermögen gewährt. Die Höhe richtet sich dabei nach dem Familienstand. Alleinstehende ohne Kinder erhalten zum Beispiel maximal 768 Euro pro Monat. Das Unterhaltsgeld setzt sich ebenfalls aus einem Zuschuss und einem Darlehen zusammen. Der Zuschuss, der nicht zurückgezahlt werden muss, beträgt 333 Euro pro Monat. Wenn Sie einen Vollzeitlehrgang besuchen und das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, können Sie zudem Kindergeld beantragen. Familien und Alleinerziehende können noch weitere Zuschüsse und Darlehen beantragen. Die Details dazu erhalten Sie beim BAföG-Amt.

 

Beispielrechnungen zur Unterhaltsförderung
*) Vor der Ermittlung des Zuschussanteils werden 103 € Pauschbetrag abgezogen. Auf den verbleibenden Betrag wird ein Zuschussanteil von 50 Prozent gewährt.

Fazit

Das Meister-BAföG oder neu Aufstiegs-BAföG ist selbst dann für Sie interessant, wenn Sie sich ein finanzielles Polster für Ihre Aufstiegsqualifizierung geschaffen haben. Der Staat belohnt Weiterbildung und schenkt Ihnen viel Geld.

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Der Weiterbildungsberater am ELBCAMPUS verfügt über jede Menge Wissen rund um das Kursangebot: vom passenden Inhalt über das Zeitmanagement bis zur Finanzierung. Darüber schreibt er hier.

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